3-Monats-Koliken bei Babys

13. Juli 2021

3-Monats-Koliken

Ursachen und Tipps

Veröffentlicht von Inga Riffelmann. Medizinisch wissenschaftliche Mitarbeiterin

Probiotika

Kennen Sie das auch? Ihr Baby weint und weint und Sie sind bereits am Ende Ihrer Kräfte? Im Alter zwischen 0 und 5-6 Monaten treten häufig die 3-Monatskoliken auf. Die Babys leiden unter starken Bauchschmerzen. Die Babys winkeln die Beine an, strampeln, weinen heftig, bekommen ein knallrotes Gesicht und es knattert in der Windel. Häufig haben die Babys Probleme Stuhl abzusetzen. Experten sprechen von 3-Monatskoliken, sobald das Baby  

  • 3 Stunden am Tag
  • 3 Tage die Woche und
  • für mindestens 3 Wochen  

unter den Beschwerden leidet.  

Ursachen

Die Ursachen für 3-Monatskoliken sind bisher nicht geklärt, aber man vermutet eine Vielzahl von Faktoren die Einfluss nehmen:  

  • Veränderung der Darmmikrobiota und erhöhte Entzündungsmediatoren (erhöhtes Calprotectin)  
  • Ernährung der Mutter: stark blähende Speisen (Bohnen, Brokkoli, etc.) wirken sich negativ auf die Gasproduktion beim Baby aus und fördern Koliken  
  • Hohe Serotoninlevel scheinen Darmkrämpfe zu fördern
  • Bewegungsunfähigkeit: Fängt das Baby an sich zu rollen und sich zu bewegen, verbessert sich die Symptomatik
  • Differenzen und familiärer Stress zwischen den Eltern wirken sich negativ auf die Koliken des Babys aus
3-Monats-Kolik Baby, Bauchweh beim Baby

An der Entstehung von 3-Monats-Koliken nimmt die Darmbesiedlung eine sehr wichtige Rolle ein. Babys erhalten während der vaginalen Geburt und mit dem Stillen ihre Erstbesiedlung mit guten Bakterien.

Den Darm genauer unter die Lupe genommen

Die größten Bakteriengruppen, die den Darm besiedeln, sind Bifidobakterien und Lactobacillen. Diese sorgen für die Umsetzung von Nährstoffen, die nicht vom Dünndarm bereits aufgenommen werden konnten. Die Muttermilch enthält wichtige Fette, Proteine, sowie Antikörper die den Babys mitgegeben werden. Unter anderem enthält die Muttermilch Nährstoffe (Präbiotika) zur Förderung der Darmmikrobiota (Darmflora). Die Darmbakterien verstoffwechseln die Nährstoffe und produzieren wichtige Stoffe für die Darmepithelzellen, die dem Wachstum und der Regeneration dienen. Wird das Kind per Kaiserschnitt geboren oder wird es nicht gestillt, fehlt die Erstbesiedlung und die Besiedlung erfolgt durch die Krankenhausluft und die Hautflora der Mutter. Dies wirkt sich häufig auf die Entstehung der 3-Monats-Koliken aus. Um die Gesundheit solcher Kinder zu fördern, empfehlen Kinderärzte und Hebammen den Einsatz von Probiotika. Probiotika sind aktive Bakterien, die in einer hohen Anzahl in den Darm gelangen, um gesundheitsfördernde Wirkungen zu erzielen. Qualitativ hochwertige Produkte bieten eine spezielle Mikroverkapselung für die Bakterien an, damit diese die Magen- und Gallensäuren unbeschadet überstehen und ihre Wirkung erzielen.  

Weitere Tipps

Achten Sie auch darauf, dass ihr Baby nach der Nahrungsaufnahme Bäuerchen macht, um nicht zu viel Luft im Bauch zu haben. Der “Fliegergriff” oder “Rad fahren” können ebenfalls hilfreich sein, um 3-Monats-Koliken zu lindern. Geeignet sind auch Bauchmassagen, die im Uhrzeigersinn durchgeführt werden. Hier bieten sich verschiedene Massageöle mit Mandel, Olive oder Ringelblumenöl auf kaltgepresster Basis an. Die Reduktion von Reizen, sowie viel Körperkontakt und -wärme sind natürlich vorteilhaft. Verschiedene Tragesysteme können hilfreich sein und stellen eine Gewichtsentlastung dar. Der Vorteil ist, dass Kind liegt nah am Körper an und man hat zwei Hände frei um andere Tätigkeiten zu erledigen.  

3-Monats-Koliken entstehen in den ersten 5-6 Monaten und verursachen quälende Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme. Da häufig die Darmmikrobiota nicht intakt ist, empfehlen Experten den Einsatz probiotischer Präparate mit Bifidobakterien und Lactobacillen. Diese sollten durch eine Mikroverkapselung geschützt sein, damit sie im Darm ihre Wirkung entfalten können. Andere Tipps wie Massagen, Fliegergriff oder Tragesysteme mildern die Schmerzen.  

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