Lebensmittelallergien und Lebensmittelunverträglichkeiten besser verstehen

Lebensmittelallergien und Lebensmittelunverträglichkeiten besser verstehen

B. Sc. Oecotrophologin Maike Barocke
8 Minuten Lesedauer

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Lebensmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien betreffen viele Menschen weltweit. Sie können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Sie stellen für viele Menschen eine Herausforderung dar, die nicht nur die Auswahl der Lebensmittel einschränkt, sondern auch die allgemeine Lebensqualität beeinträchtigen kann. Sie zu verstehen und effektiv zu managen, erfordert ein grundlegendes Wissen über die Unterschiede zwischen beiden Zuständen, die typischen Auslöser und Symptome sowie die verfügbaren Diagnose- und Behandlungsmethoden. 

Der Unterschied zwischen Lebensmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien 

Während eine Lebensmittelallergie eine Reaktion des Immunsystems darstellt, die potenziell lebensbedrohlich sein kann, sind Lebensmittelunverträglichkeiten meist weniger ernst und betreffen hauptsächlich das Verdauungssystem. Doch unabhängig davon, ob es sich um eine Unverträglichkeit oder eine Allergie handelt, ist das Ergebnis oft das gleiche: Unbehagen und die Notwendigkeit, bestimmte Nahrungsmittel zu meiden. Typische Symptome bei Allergien können Hautausschlag, Juckreiz oder sogar eine Anaphylaxie umfassen. Eine Lebensmittelunverträglichkeit, oft auch als Lebensmittelintoleranz bezeichnet, betrifft hingegen in der Regel das Verdauungssystem und äußert sich durch Symptome wie Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen. 

Die häufigsten Auslöser von Lebensmittelunverträglichkeiten 

Zu den bekanntesten Formen der Lebensmittelunverträglichkeit gehören Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Laktoseintoleranz ist die Unfähigkeit, Laktose, einen in Milchprodukten enthaltenen Zucker, zu verdauen. Zöliakie hingegen ist eine ernsthafte Unverträglichkeit gegenüber Gluten, einem Protein, das in Weizen, Gerste und Roggen vorkommt. Eine weitere Form ist die Histaminintoleranz, bei der der Körper Schwierigkeiten hat, Histamin abzubauen, was in bestimmten Lebensmitteln wie gereiftem Käse und Wein enthalten ist. Der Darm spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Unverträglichkeiten und Allergien, da er entscheidend für die Aufnahme von Nährstoffen und die Immunabwehr ist.

Diagnose und Umgang 

Die Diagnose einer Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie beginnt oft mit einem detaillierten Symptomtagebuch und kann durch Eliminationsdiäten und spezifische Tests, wie Bluttests oder Hauttests, bestätigt werden. Es ist wichtig, die auslösenden Lebensmittel zu identifizieren, um diese anschließend aus der Ernährung entfernen oder ersetzen zu können. Meist erfolgt eine breite Differenzialdiagnostik unterschiedlicher Organsysteme. Die Therapie umfasst eine Ernährungsumstellung, die helfen soll, individuell verträgliche Mengen „problematischer“ Lebensmittel zu ermitteln.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Fakten, Symptome und Lösungsansätze 

Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören zu den häufigsten Beschwerden weltweit und sind mit zahlreichen Einschränkungen für die Betroffenen verbunden. Zöliakie und Weizenallergie lassen sich heutzutage zweifelsfrei vom Facharzt nachweisen. Bei der Gluten- bzw. Weizensensitivität liegen zwar ähnliche Symptome wie bei Zöliakie oder Weizenallergie vor. Unklar ist, ob es noch andere Auslöser im Weizen gibt. Die Diagnose der Gluten- bzw. Weizensensitivität stellt der Mediziner hingegen nur durch Ausschluss der Zöliakie und der Weizenallergie sowie der Durchführung einer glutenfreien Eliminationsdiät mit anschließendem kontrolliertem Provokationstest.

Leiden Sie an einer Zöliakie, Weizenallergie und Gluten- bzw. Weizensensitivität, ist das Weglassen des Lebensmittels mit krankheitsauslösenden Inhaltsstoffen die einzig sinnvolle Therapie. Denn die Beschwerden lassen dadurch nach oder bleiben aus. 

Das Angebot an “frei von” Produkten, wie beispielsweise glutenfreien Produkten hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Und die Einführung der Allergenkennzeichnungspflicht stellt für Betroffene eine deutliche Verbesserung des Gesundheitsschutzes dar und erleichtert die Lebensmittelauswahl.

Zöliakie 

Menschen, bei denen eine Zöliakie diagnostiziert wurde, müssen sich lebenslang glutenfrei ernähren und sind daher auf die Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln angewiesen. In den meisten glutenfreien Produkten werden die speziellen Klebereigenschaften durch Stärken anderer Getreidearten in Verbindung mit Verdickungsmitteln und Hydrokolloiden ersetzt, wie bei: Hier haben sich folgende Alternativen bewährt:

  • Reis- und Maisstärke: Sie besitzen ebenfalls gelbildenden Eigenschaften.
  • Verzweigtkettigem Amylopektin.

Beide besitzen gelbildenden Eigenschaften und können so das fehlende Gluten ersetzen. Durch das Weglassen des Glutens und Ausweichen auf andere Inhaltsstoffe bzw. Lebensmittel kommt es zu Veränderungen der Energie- und Nährstoffzufuhr. Darauf müssen Betroffene besonders achten. Hier haben sich Pseudogetreidearten wie bspw. Quinoa, Amaranth oder Buchweizen bewährt, die von Natur aus glutenfrei, jedoch reich an hochwertigen Proteinen, Kohlenhydraten und Mineralstoffen sind.

Laktoseunverträglichkeit

Eine Laktoseunverträglichkeit (häufig auch Laktoseintoleranz genannt) ist eine der häufigsten Unverträglichkeiten und führt zu Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen oder Übelkeit. Nur sehr wenige Personen mit Lactoseintoleranz müssen komplett auf Lactose verzichten. Häufig vertragen sie kleine Mengen wie sie in einer Scheibe Käse, einem Joghurt oder in Fertigprodukten vorkommen.

Fruktoseunverträglichkeit 

Fruktoseunverträglichkeit, auch als Fruktosemalabsorption bekannt, bezeichnet eine Verdauungsstörung, bei der der Körper Schwierigkeiten hat, Fructose effektiv zu verarbeiten. Diese Unverträglichkeit kann zu verschiedenen Verdauungsbeschwerden führen, wie etwa Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, wenn fruktosehaltige Lebensmittel konsumiert werden. Die Intoleranz resultiert aus der eingeschränkten Fähigkeit des Dünndarms, Fructose aufzunehmen, was dazu führt, dass unverdaute Fructose in den Dickdarm gelangt und dort Verdauungsprobleme verursacht. Eine angepasste Ernährung, die den Fruktosekonsum reduziert, ist oft der Schlüssel zur Linderung der Symptome.

Formen von Lebensmittelallergien 

Vier bis sechs Prozent aller Kinder und ein bis drei Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden an einer Lebensmittelallergie, Tendenz steigend. Umgangssprachlich wird oft von Lebensmittelallergien und Lebensmittelintoleranzen gesprochen – doch worin liegt eigentlich genau der Unterschied? Lebensmittelallergien, heute Lebensmittel-Hypersensitivitäten genannt, werden definiert als eine Nahrungsmittelaufnahme einhergehend mit einer immunologischen Reaktion. Die Symptomatik der Betroffenen ist vielfältig. Auslöser der allergischen Reaktion sind Proteine oder an Proteine gebundene Stoffe. Diese sind unbekannt für den Organismus und lösen deshalb eine Immunantwort aus. Unterschieden werden zwei Formen der Lebensmittel-Hypersensitivität, die IgE-vermittelte und die nicht-IgE vermittelte Form.

Die IgE-vermittelte Form oder Sofort-Typ-Reaktion genannt, führt schon nach Sekunden bis wenigen Minuten zur Symptomatik. Zudem kann eine Zweitreaktion nach vier bis sechs Stunden folgen. Die nicht IgE-vermittelte Form löst erst nach 12 bis 72 Stunden Symptome aus, daher wird sie als Spät-Typ-Reaktion bezeichnet. Die Symptome sind individuell und vielseitig, unter anderem können Erbrechen, Durchfall, Juckreiz oder Atemnot mögliche Reaktionen sein. Bei Symptomen sollte anschließend eine ärztliche Diagnostik und eine therapeutische Eliminationsdiät folgen.

Strategien zur Bewältigung 

Sowohl Lebensmittelunverträglichkeiten als auch Lebensmittelallergien sind komplexe Zustände, die einen erheblichen Einfluss auf die Betroffenen haben können. Durch das Verständnis, die Kenntnis der Symptome und die richtige Diagnose lassen sich jedoch effektive Strategien zur Bewältigung entwickeln. Eine professionelle Beratung und angepasste Ernährung können dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Es ist wichtig, auf die Signale Ihres Körpers zu hören und bei Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie ärztlichen Rat einzuholen. Für beide Formen werden folgende Maßnahmen empfohlen: 

  • Eliminationsdiät: Entfernen Sie das verdächtige Nahrungsmittel aus Ihrer Ernährung für eine gewisse Zeit und beobachten Sie, ob sich die Symptome verbessern.
  • Ersatzprodukte: Heutzutage gibt es zahlreiche Ersatzprodukte für gängige Allergene wie Laktose oder Gluten. 
  • Professionelle Beratung: Eine Ernährungsberatung kann individuell abgestimmte Lösungen bieten.

Es ist entscheidend, dass Betroffene lernen, Etiketten von Lebensmitteln zu lesen, um potenzielle Allergene oder Inhaltsstoffe, die Unverträglichkeiten auslösen, zu vermeiden. Zudem kann eine ausgewogene Ernährung, die den individuellen Bedürfnissen angepasst ist, dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken und die Darmgesundheit zu fördern.

Lebensqualität zurückgewinnen trotz Lebensmittelunverträglichkeiten oder Lebensmittelallergien

Das Leben mit Lebensmittelunverträglichkeiten kann eine erhebliche Herausforderung darstellen, besonders für Menschen, die an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) leiden. Die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung dieser Zustände und der Verbesserung der Lebensqualität.

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Quellen:

  1. Schäfer, A. Constien, Dr. I. Reese, 2007: Praxisbuch Lebensmittelallergie: Der sichere Weg zur richtigen Diagnose und optimalen Therapiebei Allergien und Unverträglichkeiten; online unter: Praxisbuch Lebensmittelallergie: Der sichere Weg zur richtigen Diagnose und ... - Christiane Schäfer, Anja Corsten, Imke Reese - Google Books
  2. Klammer, 2013: Nahrungsmittelintoleranzen: allgemeine Grundlagen, Diagnostik und Therapie; online unter: https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/233854 
  3. Gotua, N. Lomidze, N. Dolidze, 2008: IgE-vermittelte Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten; online unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18487689/
  4. Smollich, A. Vogelreuter, Aufl. 2, 2018: Nahrungsmittelunverträglichkeiten

DGE, 2018: Unverträglichkeiten: Wann sind „frei von“-Lebensmittel sinnvoll?

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