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Gluten intolerance and celiac disease: A comprehensive guide

Inga Riffelmann

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Glutenintoleranz und Zöliakie – ein umfassender Ratgeber

Etwa 1 % der Bevölkerung ist deutschlandweit von Zöliakie betroffen. Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die auf einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber dem Getreideeiweiß Gluten beruht. Glutenintoleranz, bzw. Glutenunverträglichkeit und Zöliakie sind ernsthafte gesundheitliche Bedingungen, die das Leben vieler Menschen beeinträchtigen. Eine frühzeitige Erkennung der Symptome kann entscheidend sein, um langfristige Gesundheitsschäden zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern. 

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten entzündliche Prozesse im Dünndarm auslösen kann.
  • Glutenintoleranz beziehungsweise Glutenempfindlichkeit wird von Zöliakie unterschieden und beschreibt Beschwerden nach dem Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel ohne die gleichen zugrunde liegenden Mechanismen.
  • Typische Anzeichen können Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Völlegefühl sein. Zusätzlich berichten manche Betroffene über Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein.
  • Gluten ist ein Eiweißbestandteil, der vor allem in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt und vielen Lebensmitteln Struktur und Elastizität verleiht.
  • Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten und kann unter anderem eine Erfassung der Beschwerden, Antikörpertests und weitere medizinische Untersuchungen umfassen.
  • Bei Zöliakie gilt eine konsequente glutenfreie Ernährung derzeit als zentrale Maßnahme im Alltag.
  • Bereits kleine Mengen glutenhaltiger Lebensmittel können bei Betroffenen eine Rolle spielen, weshalb ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln und Inhaltsstoffen wichtig ist.
  • Die Darmgesundheit steht im engen Zusammenhang mit dem Thema, da die Dünndarmschleimhaut und die Aufnahme von Nährstoffen beeinflusst werden können.

Was ist Glutenintoleranz und wie unterscheidet sie sich von Zöliakie?

Glutenintoleranz ist ein umgangssprachlicher Begriff und wird im medizinischen Kontext als “nicht-zöliakiebedingte Glutenunverträglichkeit“ bezeichnet. Sie ist ein Zustand, bei dem Betroffene nach dem Konsum von Gluten – dem in Weizen, Gerste und anderen Getreidesorten vorkommenden Klebereiweiß – Beschwerden entwickeln. Im Gegensatz dazu ist Zöliakie eine autoimmune Erkrankung, bei der die Einnahme von Gluten zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut führt, was ernste Gesundheitsprobleme nach sich ziehen kann.

Die Symptome von Glutenintoleranz und Zöliakie

Zöliakie ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Dünndarms. Sie entwickelt sich durch erbliche Veranlagung, daher tritt die Krankheit häufig familiär auf. Die Anzeichen können sehr vielfältig sein. Das auffälligste Symptom beim Säugling ist ein aufgeblähter Bauch, der in Kontrast zu einem mageren Körper steht. Die Blähungen kommen durch unverdaute Nahrungsbestandteile im Dickdarm zustande, die von Bakterien unter Gasbildung verdaut werden. Bei Kindern und Jugendlichen ist Untergewicht oft eine Folge. Im Erwachsenenalter kann die gestörte Nährstoffausnutzung meist zu Gewichtsverlust sowie einem Vitamin- und Mineralstoffmangel führen. Folgesymptome sind Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie Durchfälle. Die Symptome bei Glutenintoleranz und Zöliakie können variieren, doch einige häufige Anzeichen lassen sich klar identifizieren:

  • Verdauungsprobleme: Dazu zählen Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen.
  • Hautirritationen: Hautausschlag, auch bekannt als Dermatitis herpetiformis, kann bei Zöliakie auftreten.
  • Erschöpfung: Häufig berichten Betroffene von anhaltender Müdigkeit und Energiemangel.

Diese Symptome können sowohl bei Glutenintoleranz als auch bei Zöliakie auftreten, allerdings sind die bei Zöliakie auftretenden Beschwerden oft schwerwiegender und können zu einer Beschädigung der Dünndarmwand führen.

Wichtige Schritte zur Diagnose Glutenintoleranz oder Zöliakie

Die korrekte Diagnose einer Glutenintoleranz oder Zöliakie ist entscheidend für eine effektive Behandlung. Eine ungenaue Diagnose kann zu einer unnötigen Diätbeschränkung oder zu einer nicht adäquaten Behandlung führen, welche die Symptome verschlimmern kann. Bei Verdacht auf Zöliakie erfolgt die Diagnose bei einem Facharzt (Gastroenterologe) Die Diagnose beginnt typischerweise mit einer detaillierten Ernährungsanamnese und kann durch spezifische Antikörper-Tests ergänzt werden, um Zöliakie von einer Glutenunverträglichkeit zu unterscheiden. Bei Verdacht auf Zöliakie ist oft eine Darmbiopsie notwendig, um die Diagnose zu bestätigen. So sehen die Diagnose-Schritte aus:

  • Symptomerfassung: Detaillierte Aufzeichnung der persönlichen Symptome und Ernährungsgewohnheiten.
  • Medizinische Tests: Durchführung von Antikörper-Tests und gegebenenfalls eine Dünndarmbiopsie.
  • Ausschlussdiät: Eliminierung von Gluten aus der Ernährung, um potenzielle Verbesserungen der Symptome zu beobachten.

Diese diagnostischen Schritte helfen bei der Identifizierung der Erkrankung und bei der Planung einer angemessenen Ernährungsstrategie, die zu einer symptomfreien Lebensführung leiten kann.

Was ist Gluten?

Gluten ist eine Gruppe von Proteinen, die vor allem in bestimmten Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste vorkommt. Gluten besteht hauptsächlich aus den Proteinen Glutenin und Gliadin, die in der Lebensmittelverarbeitung wegen folgenden einzigartigen Eigenschaften geschätzt werden:

  • Glutenin: bildet elastische, stabile Netzwerke für die Teigstruktur
  • Gliadin: sorgt für Viskosität und Volumen.

Gluten ist auch als „Klebereiweiß“ bekannt und bestimmt vor allem die Backeigenschaften des Mehles. Bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung führt der Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln zu entzündlichen Veränderungen der Dünndarmschleimhaut. Gluten findet sich in einer Vielzahl von Lebensmitteln und Produkten, wie:

  • Backwaren: In Brot, Kuchen, Keksen und anderen Backwaren sorgt Gluten für Elastizität und Volumen.
  • Pasta und Nudeln: Gluten verleiht Pasta die nötige Festigkeit, um beim Kochen nicht zu zerfallen.
  • Cerealien: Viele Frühstückscerealien enthalten Gluten, da es eine wichtige Proteinquelle darstellt.
  • Fertigprodukte: Gluten wird oft als Bindemittel oder Textur-Verbesserer in Fertigprodukten und Snacks verwendet.

Neben seiner Rolle in der Lebensmittelindustrie wird Gluten auch in einigen kosmetischen Produkten und als Zusatzstoff in pharmazeutischen Produkten verwendet. Die vielseitigen Eigenschaften von Gluten machen es zu einem wichtigen Bestandteil in vielen Produkten, jedoch müssen Personen mit Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie diese Produkte meiden und auf glutenfreie Alternativen ausweichen.

Warum Betreuung und Unterstützung bei Zöliakie und Glutenintoleranz wichtig sind

Nach erfolgter Diagnose kann die Zöliakie nur durch einen lebenslangen Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel behandelt werden. Das konsequente Meiden von Gluten behandelt allerdings nur die Symptomatik, die eigentliche Krankheit bleibt ein Leben lang bestehen. Selbst kleine Mengen an Gluten können erneut Beschwerden auslösen.

Wenn die bereits durch kleinste Mengen glutenhaltiger Nahrungsmittel ausgelöste Entzündung der Dünndarmschleimhaut länger anhält, bilden sich die Zotten der Dünndarmschleimhaut zurück. Dadurch verkleinert sich die Oberfläche der Darmschleimhaut. In der Folge können die Betroffenen weniger Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen. Unbehandelt kann die Zöliakie zu schwerwiegenden Komplikationen wie Blutarmut, Knochenschwund, Wachstumsverzögerungen, Unfruchtbarkeit bis hin zu Dünndarmtumoren führen.

Glutenempfindlichkeit

Während Zöliakie eine autoimmune Erkrankung ist, die die Dünndarmschleimhaut angreift, sind Weizenallergie und Glutenempfindlichkeit immunvermittelte Reaktionen, die eine Vielzahl von Symptomen verursachen können, ohne dabei den Darm zu schädigen. Das Verständnis der spezifischen Form der Intoleranz ist entscheidend für die Entwicklung einer effektiven Behandlungsstrategie.

Ernährungsumstellung bei Zöliakie und Glutenintoleranz

Die Therapie der Zöliakie ist einzig und allein, lebenslang vollständig auf glutenhaltige Lebensmittel zu verzichten. Das erfordert eine strikte Ernährungsumstellung. Bei dem regelmäßigen Lebensmitteleinkauf stellen glutenfreie Lebensmittel eine wesentliche Erleichterung für Zöliakiebetroffene dar. Eine Ernährungsumstellung ist die primäre Behandlungsmethode bei Glutenintoleranz. Dies umfasst:

  • Eliminierung von Gluten: Vermeiden Sie alle glutenhaltigen Lebensmittel und Getreidesorten wie Weizen, Gerste und Roggen.
  • Innovation durch Ersatzprodukte: Integrieren Sie glutenfreie Alternativen in Ihre tägliche Ernährung, um Nährstoffdefizite zu vermeiden und die Ernährung ausgewogen zu gestalten.
  • Diese Umstellung erfordert zunächst eine sorgfältige Lebensmittelauswahl und kann durch professionelle Ernährungsberatung wesentlich erleichtert werden.

Durch die Einhaltung einer strikt glutenfreien Diät können die Symptome effektiv und dauerhaft reduziert werden, und Betroffene können ein normales, gesundes Leben führen.

Der Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel erfordert bewusste Anpassungen im Lebensstil:

  • Lesen von Lebensmitteletiketten: Achten Sie immer auf die Inhaltsangaben und Zusatzstoffe in Lebensmitteln.
  • Kontamination vermeiden: Seien Sie vorsichtig bei der Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.

Glutenfreie Lebensmittel werden in Supermärkten, Drogerien, Bioläden und Reformhäusern vielfältig angeboten und die Auswahl nimmt stetig zu. Geeignete Produkte sind als „glutenfrei“ gekennzeichnet. Zudem können glutenfreie Produkte das Symbol der „Durchgestrichenen Ähre“ der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e. V. (DZG) tragen.

Weitere Informationen für Betroffene

Mit der aktuell überarbeiteten DGE-Infothek “Essen und Trinken bei Zöliakie” erfahren Betroffene, wie sie sich trotz der Einschränkungen, die eine glutenfreie Ernährung mit sich bringt, ausgewogen und abwechslungsreich ernähren können. Die Broschüre informiert außerdem über das Krankheitsbild, die Ursachen, die Symptome und die Diagnostik. Tipps zur Lebensmittelauswahl und -zubereitung sowie zum Umgang mit Diätfehlern erleichtern die Ernährungsumstellung.

Forschungsaussichten

Eine weitere Therapiemöglichkeit neben der vollständigen Glutenkarenz, kann ein neuer Wirkstoff sein. Ein Forschungsteam des Instituts für Translationale Immunologie der Universitätsmedizin Mainz, einen neuartigen medikamentösen Wirkstoff zur Behandlung von Zöliakie entwickelt: den Transglutaminase-Hemmer ZED1227. Das Medikament basiert auf einem erkrankungsspezifischen Wirkmechanismus. Im Rahmen einer klinischen Phase-2a-Studie haben die Mainzer WissenschaftlerInnen gemeinsam mit internationalen KollegInnen gezeigt, dass ZED1227 eine starke schützende Wirkung auf die Dünndarmschleimhaut hat, und die Entzündung, Erkrankungssymptome sowie die Lebensqualität der Betroffenen verbessert. Damit wäre ZED1227 das erste Zöliakie-Medikament, für das eine klinische Wirksamkeit belegt werden konnte. Beteiligt an der Patientenrekrutierung für die Phase-2a-Studie waren 20 klinische Zentren in sieben europäischen Ländern. Neben Mainz haben Tampere (Finnland) und Oslo (Norwegen) die meisten der insgesamt 160 PatientInnen im Rahmen der Studie behandelt.

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FAQ – Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Glutenintoleranz und Zöliakie?

Im Alltag werden Glutenintoleranz und Zöliakie oft gleichgesetzt, obwohl dahinter unterschiedliche Zusammenhänge stehen. Der Begriff Glutenintoleranz wird häufig verwendet, wenn glutenhaltige Lebensmittel nicht gut vertragen werden oder nach dem Essen Beschwerden auftreten. Die Zöliakie ist dagegen klar medizinisch definiert und wird gesondert betrachtet. Obwohl beide Themen mit Gluten in Verbindung stehen, unterscheiden sie sich in ihren Hintergründen und Mechanismen.

Welche Symptome deuten auf eine Glutenunverträglichkeit hin?

Die möglichen Anzeichen können sehr unterschiedlich sein und zeigen sich nicht bei jedem Menschen auf dieselbe Weise. Einige Betroffene berichten über ein unangenehmes Gefühl nach dem Essen, wiederkehrende Blähungen oder Bauchschmerzen. Andere nehmen eher ein allgemeines Unwohlsein oder Veränderungen der Verdauung wahr. Da ähnliche Beschwerden auch bei anderen Unverträglichkeiten auftreten können, ist eine individuelle Betrachtung sinnvoll.

Welche Lebensmittel sollte ich bei Glutenintoleranz meiden?

Gluten steckt in verschiedenen Getreidesorten und kann deshalb in vielen alltäglichen Lebensmitteln vorkommen. Klassische Beispiele sind Produkte mit Weizen, Roggen oder Gerste. Gleichzeitig befindet sich Gluten häufig auch in verarbeiteten Lebensmitteln, bei denen es auf den ersten Blick nicht direkt vermutet wird. Ein genauer Blick auf Zutaten und Kennzeichnungen kann deshalb hilfreich sein.

Kann sich eine Glutenintoleranz im Laufe des Lebens entwickeln?

Nicht jede Unverträglichkeit begleitet Menschen von Geburt an. Manche Personen vertragen bestimmte Lebensmittel lange Zeit problemlos und nehmen erst später Veränderungen wahr. Der Körper verändert sich im Laufe des Lebens stetig, und auch Verdauungsprozesse oder die individuelle Situation des Darms können sich entwickeln. Deshalb kann sich die Verträglichkeit einzelner Lebensmittel im Laufe der Zeit ebenfalls verändern.

Quellen:

Über den Autor/die Autorin

Inga Riffelmann

Inga Maria Riffelmann is a naturopathic practitioner , biological-technical assistant (BTA) , and certified nutritional consultant . With her broad training, she combines naturopathic expertise with sound scientific know-how . As a research associate at HLH BioPharma , she works at the interface between research and practice , contributing her expertise particularly to the development and evaluation of nutritional medicine concepts . Her special focus is holistic health – always considering scientific principles and individual needs .

Portraitaufnahme von Inga Riffelmann