Rot-weiße Pillen in einem Blister

Antibiotikagaben können zu Darmkrebs führen

Inga Riffelmann

Kennen Sie das auch? Breitbandantibiotika werden sehr häufig und oft relativ schnell von Ärzten verschrieben. Langfristig können sich bei Betroffenen Resistenzen entwickeln, die weitere Therapien erschweren. Das Immunsystem wird geschwächt und insbesondere der Darm leidet unter den Gaben. Für Menschen, die über längere Zeit Antibiotika einnehmen, kann sich zudem das Risiko erhöhen, im Alter an Darmkrebs zu erkranken. Eine häufige Ursache dafür ist ein vermehrt abnormales Wachstum von Polypen im Dickdarm.

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Darmpolypen – keine Seltenheit

Darmpolypen sind sackförmige Ausstülpungen der Dickdarmschleimhaut, die durch punktuell vermehrtes Zellwachstum entstehen können. Sie sind meist ungefährlich und können im Rahmen einer Darmspiegelung entfernt werden. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle, da Polypen über einen längeren Zeitraum aus unterschiedlichen Gründen entarten können. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sie sich entzünden.

Der Zusammenhang mit Darmkrebs

Basierend auf der Nurses’ Health Study wurden Zusammenhänge zwischen Antibiotikagaben und der Entstehung von Darmpolypen festgestellt. Da Darmpolypen entarten können, begünstigen sie die Entwicklung von Darmkrebs.

Die Studie läuft seit 1976 und umfasst mehr als 120.000 teilnehmende US-Krankenschwestern, die regelmäßig zu ihren Lebensumständen und ihrem Gesundheitszustand befragt werden. Insgesamt nahmen 16.642 Teilnehmerinnen über 60 Jahre an mindestens einer Vorsorge-Darmspiegelung (Koloskopie) teil. Bei über 1.000 Frauen wurden dabei Polypen entdeckt und entfernt. Die Auswertung zeigte, dass bei Frauen, die über zwei Monate oder länger Antibiotika einnahmen, Polypen um 36 % häufiger auftraten.

Fazit

Häufige Antibiotika-Behandlungen können das Darmkrebsrisiko erhöhen. Die Schädigung der Darmflora durch Antibiotika scheint dabei ein wesentlicher Faktor zu sein. Umso wichtiger ist es, auf eine intakte Darmflora und Darmschleimhaut zu achten und Antibiotika ausschließlich nach ärztlicher Absprache einzunehmen. Probiotika können helfen, während und/oder nach einer Antibiotikatherapie das Gleichgewicht der Darmmikroorganismen zu unterstützen.

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Quelle

C. White, EurekAlert, American Association for the Advancement of Science (AAAS), 2017: Langfristiger Einsatz von Antibiotika im frühen bis mittleren Lebensalter im Zusammenhang mit krebsauslösenden Polypen. https://www.eurekalert.org/news-releases/557297

Über den Autor/die Autorin

Inga Riffelmann

Inga Maria Riffelmann ist Heilpraktikerin, Biologisch-Technische Assistentin (BTA) und zertifizierte Ernährungsberaterin. Mit ihrer breit gefächerten Ausbildung vereint sie naturheilkundliche Kompetenz mit fundiertem naturwissenschaftlichem Know-how. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei HLH BioPharma arbeitet sie an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis und bringt ihre Expertise insbesondere in die Entwicklung und Bewertung ernährungsmedizinischer Konzepte ein. Ihr besonderes Anliegen ist die ganzheitliche Gesundheit – stets mit Blick auf wissenschaftliche Grundlagen und individuelle Bedürfnisse.

Portraitaufnahme von Inga Riffelmann