Fertilität und Probiotika

Fertilität und Probiotika

Dr. Sylvia Püttmann

Darmgesundheit und Kinderwunsch

Haben Sie einen Kinderwunsch, der bisher unerfüllt blieb? Eine mögliche Ursache könnte im Darm liegen, wenn eine Dysbiose – also ein Ungleichgewicht der Darmmikrobiota – vorliegt. Die Darmgesundheit beeinflusst viele Körperprozesse. Ist die Darmbarriere nicht intakt, kann es zu Entzündungen kommen. Das Immunsystem steht dadurch unter Dauerstress.

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Was hat die Darmmikrobiota mit Fertilität zu tun?

Klinische Studien deuten darauf hin, dass eine Dysbiose die Hormonbildung und den Stoffwechsel beeinflussen kann. Erkrankungen wie bakterielle Scheideninfektionen (Vaginose), Endometriose oder Zysten an den Eierstöcken stehen in diesem Zusammenhang. Lactobacillen, die Hauptakteure der vaginalen Schleimhaut, haben einen wichtigen Einfluss auf Stoffwechselprozesse und die Regulation von Hormonen wie Östrogen. Östrogen ist entscheidend für den monatlichen Zyklus der Frau und die Schwangerschaft, da es Wachstum und Durchblutung der Gebärmutter unterstützt. Dysbiose kann die Östrogen-Regulation vermindern.

Bakterielle Besiedlung

Die Besiedlung der Vaginalschleimhaut spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Idealerweise sind Lactobacillen dominant, da sie den pH-Wert senken und krankmachende Bakterien verdrängen. Studien legen nahe, dass eine Besiedlung mit mehr als 90 % Lactobacillen positive Effekte auf die Schwangerschaft haben könnte. Die Datenlage ist jedoch noch begrenzt und uneinheitlich.

Die Rolle des Mannes

Zu einer Schwangerschaft gehören zwei Personen. Die Spermienqualität des Mannes sollte ebenfalls betrachtet werden. Pathogene Erreger können die Spermienqualität beeinträchtigen, während Lactobacillen einen schützenden Effekt haben. Forschende sehen in biologisch aktiven Bakterien positive Therapieansätze zur Unterstützung der Fertilität.

Fazit

Es bestehen viele Hinweise auf die positiven und negativen Effekte der Mikrobiota auf die Fertilität. Ein Zusammenhang zwischen Darm- und Vaginalmikrobiota ist wahrscheinlich. Erste Studien zeigen positive Effekte von Lactobacillen, doch die Datenlage ist noch begrenzt. Ein gezielter Aufbau der Darmmikrobiota stärkt die Darmbarriere und kann Entzündungen und Erkrankungen vorbeugen.

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Quellen:

Über den Autor/die Autorin

Dr. Sylvia Püttmann

Dr. Sylvia Püttmann ist promovierte Mikrobiologin und Heilpraktikerin mit besonderem Fokus auf das Zusammenspiel von moderner Wissenschaft und Naturheilkunde. Ihre Leidenschaft gilt der Darmgesundheit und der mikrobiologischen Therapie, bei der sie ihre fundierte akademische Ausbildung mit einem ganzheitlichen Behandlungsansatz verbindet. Durch ihre langjährige Erfahrung in Forschung und Praxis gelingt es ihr, komplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah zu vermitteln – immer mit dem Ziel, individuelle Gesundheit nachhaltig zu fördern.

Portraitaufnahme von Frau Dr. Sylvia Puettmann-Cyrus