Eine einseitige, ballaststoffarme Ernährung kann der Darmmikrobiota (früher: Darmflora) nachhaltig schaden und ein Ungleichgewicht begünstigen. Dieses Ungleichgewicht kann zur Entstehung verschiedener Erkrankungen beitragen.
Viele Erkrankungen des menschlichen Verdauungstrakts werden heute mit Störungen der Darmmikrobiota in Verbindung gebracht. Nicht nur das Reizdarmsyndrom mit Blähungen und diffusen Bauchschmerzen geht häufig mit Veränderungen der Mikrobiota einher, sondern auch sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
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Veränderung der Vielfalt
Der westliche Ernährungsstil mit vielen hochverarbeiteten, zuckerhaltigen und ballaststoffarmen Lebensmitteln gilt als wesentlicher Faktor für die Abnahme der Darmbakterienvielfalt. Studien zeigen, dass bei ballaststoffarmer Ernährung sowohl die Vielfalt als auch die Anzahl der Darmmikroorganismen deutlich zurückgehen. In Tierversuchen konnte dieser Effekt bereits nachgewiesen werden.
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Warum Ballaststoffe?
Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile der Nahrung und kommen vor allem in Vollkornprodukten sowie pflanzlichen Lebensmitteln vor. Während der Verdauung werden sie von Darmbakterien fermentiert und dienen dabei als wichtige Nahrungsquelle für „gute“ Mikroorganismen. Dadurch können sich diese vermehren und gesundheitsfördernde Prozesse unterstützen. Gleichzeitig wird die Darmbarriere gestärkt, Entzündungen können reduziert und die Verdauung gefördert werden.
Fazit
Eine langfristig einseitige Ernährung kann das Gleichgewicht der Darmmikroorganismen nachhaltig stören. Dabei können sich entzündungsfördernde oder krankmachende Bakterien vermehren und ungünstige Prozesse begünstigen.
Eine abwechslungsreiche, ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung in Kombination mit regelmäßiger Bewegung kann einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung einer gesunden Darmmikrobiota leisten.
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Quellen
- Sonnenburg E. D., Smits S. A. et al. (2016): Diet-induced extinctions in the gut microbiota compound over generations, Nature
- Mack I. (2022): Mikrobiom und Inflammation bei Adipositas, Springer Link