Darm-Lungen-Achse: Zusammenarbeit von Darm und Lunge

Darm-Lungen-Achse: Zusammenarbeit von Darm und Lunge

Dr. Sylvia Püttmann

Die Bedeutung des Darmmikrobioms für unseren Körper

Der Darm und seine Bakterienvielfalt nehmen Einfluss auf sämtliche Körperprozesse. Sie interagieren mit allen Organen, weshalb ein ausgewogenes Darmmikrobiom von enormer Bedeutung ist. Überwiegen toxische oder entzündungsfördernde Bakterien über längere Zeit, können verschiedene Erkrankungen gefördert werden.

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Der Darm steht in direkter Verbindung zum Immunsystem und ist entscheidend für die Infektionsabwehr. Gute Darmbakterien bilden kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Butyrat und Propionat, die entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Diese Fettsäuren interagieren außerdem mit Immunzellen und modulieren deren Aktivierung, Differenzierung und Überlebensfähigkeit in verschiedenen Geweben. „Darmbakterien - Präventionsmaßnahme bei CED“

So kommunizieren Darm und Lunge

Darm und Lunge kommunizieren hauptsächlich über das Immunsystem. Der Verdauungstrakt ist ständig Pathogenen oder Allergenen ausgesetzt, die über die Atemwege aufgenommen werden. Störungen im Gleichgewicht der Darmmikroorganismen können die Immunreaktionen der Lunge stark beeinflussen. Umgekehrt vermittelt die Lunge über vorprogrammierte Zellen oder entzündungsfördernde Moleküle Signale zurück an den Darm.

Das Darmgewebe steht in bidirektionalem Austausch mit der Lunge. Kurzkettige Fettsäuren-produzierende Bakterien spielen eine wichtige Rolle in diesem „Crosstalk“. Ein Mangel an diesen Bakterien kann Atemwegserkrankungen begünstigen. (Foto: Grafik: Stephan Spitzer, E. Wolf, 2021)

Fazit

Eine ausgewogene Darmmikrobiota wirkt positiv auf das Immunsystem. Besonders die Produktion kurzkettiger Fettsäuren löst anti-entzündliche Reaktionen aus. Die Darm-Lungen-Achse kann durch regelmäßige Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung und die Gabe von Probiotika unterstützt werden. Ungleichgewichte im Darm, z. B. durch Rauchen, Antibiotikagaben oder Infektionen, stehen häufig im Zusammenhang mit Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD.

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Quellen:

Über den Autor/die Autorin

Dr. Sylvia Püttmann

Dr. Sylvia Püttmann ist promovierte Mikrobiologin und Heilpraktikerin mit besonderem Fokus auf das Zusammenspiel von moderner Wissenschaft und Naturheilkunde. Ihre Leidenschaft gilt der Darmgesundheit und der mikrobiologischen Therapie, bei der sie ihre fundierte akademische Ausbildung mit einem ganzheitlichen Behandlungsansatz verbindet. Durch ihre langjährige Erfahrung in Forschung und Praxis gelingt es ihr, komplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah zu vermitteln – immer mit dem Ziel, individuelle Gesundheit nachhaltig zu fördern.

Portraitaufnahme von Frau Dr. Sylvia Puettmann-Cyrus