Mundmikrobiota- Gesundheit beginnt im Mund

Mundmikrobiota- Gesundheit beginnt im Mund

Dr. Sylvia Püttmann

Mundhöhle als Schlaraffenland

Unser Körper ist mit einer Vielzahl von Bakterien besiedelt. Rund 700 Bakterienarten finden auch in unserer Mundhöhle einen Lebensraum. Diese stellt ein wahres Schlaraffenland für Bakterien dar, da Nahrungsteilchen eine kontinuierliche Nährstoffquelle auf Zähnen und Kiefern bieten. Gleichzeitig stellt die Mundhöhle eine Herausforderung dar, denn Speichel enthält antimikrobielle Substanzen und der sauerstoffhaltige Luftstrom beeinflusst die Überlebensfähigkeit der Mikroorganismen.

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Die Aufgaben der Mundmikrobiota

Die Mundmikrobiota übernimmt zahlreiche wichtige Funktionen. Unter anderem bilden die Mikroorganismen sogenannte Biofilme – schleimartige Schutzschichten aus verschiedenen Bakterienstämmen, die vor schädlichen Einflüssen schützen. Zudem verdrängen sie krankmachende Keime und wirken positiv auf das Immunsystem. Bei Entzündungen im Mundbereich fördert eine gesunde orale Mikrobiota die Bildung anti-entzündlicher Botenstoffe und kann so Entzündungsprozesse abschwächen.

Systemische Auswirkungen

Die Mundmikrobiota hat einen erheblichen Einfluss auf den gesamten Körper. Störungen im Mundraum stehen im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Mund- oder Dickdarmkrebs, Magen-Darm-Erkrankungen, Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen. Auch Schwangerschaftskomplikationen, Diabetes, Insulinresistenzen und Alzheimer-Erkrankungen werden damit in Verbindung gebracht. Eine gesunde Mundmikrobiota ist daher essenziell zur Prävention systemischer Erkrankungen.

Aufbau der Mundmikrobiota

Zur Erhaltung einer gesunden Mundmikrobiota gehört eine regelmäßige Zahn- und Mundhygiene. Zusätzlich kann der Aufbau gezielt durch biologisch aktive Bakterienkulturen unterstützt werden. Besonders geeignet sind die Stämme Lactobacillus salivarius, Bifidobacterium animalis ssp. lactis und Lactobacillus rhamnosus, die in Studien eine hemmende Wirkung auf krankmachende Bakterien gezeigt haben.

Vitamin C ist essenziell für die Kollagensynthese und spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Zahnhalteapparates. Vitamin D unterstützt den Aufbau von Knochen und Zähnen. Xylit, gewonnen aus Birkenrinde, kann Karieserreger verdrängen, da diese den Zucker nicht verstoffwechseln können. Zudem fördert Xylit die Speichelproduktion und schützt vor Demineralisierung der Zähne.

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Phytotherapeutische Hausmittel

Petersilie, Minze oder Weizengrassaft können Fäulnisbakterien verdrängen. Teebaumöl sowie schwarzer und grüner Tee wirken desinfizierend. Mango enthält antioxidative Inhaltsstoffe, die den Knochenabbau bei Erkrankungen des Zahnhalteapparates verlangsamen können. Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Sanddorn, Petersilie oder Paprika stärken zusätzlich das Immunsystem.

Fazit

Die Mundhöhle ist von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt, die einen großen Einfluss auf das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit haben. Eine gepflegte und ausgewogene Mundmikrobiota kann systemischen Erkrankungen vorbeugen. Besonders bewährt haben sich die Bakterienstämme Lactobacillus salivarius, Bifidobacterium animalis ssp. lactis und Lactobacillus rhamnosus sowie Vitamin C, Vitamin D und Xylit. Ergänzend können phytotherapeutische Hausmittel Entzündungen lindern und das Immunsystem unterstützen.

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Über den Autor/die Autorin

Dr. Sylvia Püttmann

Dr. Sylvia Püttmann ist promovierte Mikrobiologin und Heilpraktikerin mit besonderem Fokus auf das Zusammenspiel von moderner Wissenschaft und Naturheilkunde. Ihre Leidenschaft gilt der Darmgesundheit und der mikrobiologischen Therapie, bei der sie ihre fundierte akademische Ausbildung mit einem ganzheitlichen Behandlungsansatz verbindet. Durch ihre langjährige Erfahrung in Forschung und Praxis gelingt es ihr, komplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah zu vermitteln – immer mit dem Ziel, individuelle Gesundheit nachhaltig zu fördern.

Portraitaufnahme von Frau Dr. Sylvia Puettmann-Cyrus