Kaiserschnitt und dessen Folgen für das Kind

Kaiserschnitt und dessen Folgen für das Kind

Dr. Sylvia Püttmann

Laut dem Statistischen Bundesamt wurden in Deutschland circa 30 % der Babys im Jahr 2020 per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Bestimmte Umstände machen einen Kaiserschnitt manchmal unumgänglich. Dennoch sollte eine vaginale Geburt angestrebt werden, sofern Mutter und Baby gesund sind. Klinische Studien haben gezeigt, dass dem Kind durch die vaginale Entbindung wichtige Bakterien als „Starterkulturen“ mit auf den Lebensweg gegeben werden. Das Risiko, Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht, Asthma, Allergien, Neurodermitis und viele weitere Erkrankungen zu entwickeln, kann hierdurch deutlich verringert werden.

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Lactobact BABY TROPFEN 15ml

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Vorteile der vaginalen Geburt

Die vaginale Geburt hat gegenüber dem Kaiserschnitt viele Vorteile. Bereits während der Schwangerschaft erhöht sich die Anzahl an Lactobacillen im Vaginaltrakt der Mutter. Bei dieser Bakteriengruppe handelt es sich um Milchsäurebakterien, die häufig im Vaginal- und auch im Darmtrakt des Menschen vorkommen.

Durch die Bildung von Milchsäure sinkt der pH-Wert im Vaginalbereich, wodurch eine Umgebung entsteht, die für krankmachende Bakterien (Pathogene) lebensfeindlich ist. So wird eine gesunde und ausgewogene Bakterienbesiedlung erhalten.

Diese Lactobacillen werden dem Kind durch die vaginale Geburt als erste „Schluckimpfung“ mitgegeben.

Kaiserschnittgeburt

Im Gegensatz zur vaginalen Entbindung kommt das Neugeborene bei einer Kaiserschnittgeburt zunächst mit der sterilen Umgebung des Operationssaals und den Hautbakterien der Mutter in Berührung. Der wichtige Kontakt mit den gesundheitsfördernden Bakterien der vaginalen und rektalen Mikrobiota (früher: Flora) der Mutter fehlt dabei vollständig.

Ein weiterer negativer Aspekt ist der häufige Einsatz von Antibiotika bei Kaiserschnittgeburten. Diese wichtigen Medikamente haben einen immensen Nachteil, denn neben den Krankheitserregern werden auch viele nützliche Bakterien abgetötet. Dadurch leidet die wichtige Erstbesiedlung des kindlichen Darms bereits in den ersten Minuten nach der Geburt.

Fazit

Bei einer Kaiserschnittgeburt fehlt dem Neugeborenen der natürliche Erstkontakt mit den gesundheitsfördernden Bakterien der Mutter. Zusätzlich kann der Einsatz von Antibiotika die Entwicklung einer stabilen Darmflora weiter beeinträchtigen. Eine vaginale Geburt unterstützt somit die natürliche mikrobielle Besiedlung und kann langfristig zur Gesundheit des Kindes beitragen.

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Quellen

  • García-Mantrana et al. 2016: Perinatal nutrition – How to take care of the gut microbiota?
  • Putignani et al. 2014: The human gut microbiota: a dynamic interplay with the host from birth to senescence settled during childhood
  • Smith S. et al. 2017: The vaginal microbiota, host defence and reproductive physiology
  • Indrio et al. 2017: Epigenetic Matters: The Link between Early Nutrition, Microbiome, and Long-term Health Development
  • Francavilla et al. 2018: Intervention for dysbiosis in children born by C-section
  • Robertson et al. 2019: The Human Microbiome and Child Growth – First 1000 Days and Beyond

Über den Autor/die Autorin

Dr. Sylvia Püttmann

Dr. Sylvia Püttmann ist promovierte Mikrobiologin und Heilpraktikerin mit besonderem Fokus auf das Zusammenspiel von moderner Wissenschaft und Naturheilkunde. Ihre Leidenschaft gilt der Darmgesundheit und der mikrobiologischen Therapie, bei der sie ihre fundierte akademische Ausbildung mit einem ganzheitlichen Behandlungsansatz verbindet. Durch ihre langjährige Erfahrung in Forschung und Praxis gelingt es ihr, komplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah zu vermitteln – immer mit dem Ziel, individuelle Gesundheit nachhaltig zu fördern.

Portraitaufnahme von Frau Dr. Sylvia Puettmann-Cyrus