Mikroverkapselung - Schutz von guten Bakterien

Mikroverkapselung - Schutz von guten Bakterien

Dominik Hoffmann

Kapseln, Dragees, Tropfen und Co

Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel werden in den verschiedensten Formen angeboten. Welche Form sinnvoll ist, hängt davon ab, welcher Wirkstoff verabreicht werden muss und für welche Zielgruppe das Produkt entwickelt wurde. Im probiotischen Bereich werden gerne Kapselpräparate eingesetzt, da die Einnahme nicht nur einfacher ist, sondern weil Magen- und Gallensäuren überstanden werden müssen. Biologisch aktive Bakterien können auf unterschiedliche Weise geschützt werden. Zum einen gibt es Cellulosekapseln und zum anderen die Möglichkeit einer Mikroverkapselung.

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Was ist eine Mikroverkapselung?

Die Mikroverkapselung ist ein pflanzlicher Überzug aus einem Alginat. Alginat ist das Salz aus der Alginsäure, welches aus Braunalgen, aber auch von einigen Bakterien gewonnen werden kann. Alginate werden auch in der Lebensmittelindustrie häufig als Verdickungs- und Geliermittel verwendet.

Warum müssen biologisch aktive Bakterien geschützt werden?

Der Magen dient neben der Verdauungsfunktion als erste Barriere des Körpers, um pathogene Mikroorganismen abzuhalten. Die niedrigen pH-Werte des Magens und die verschiedenen Verdauungsenzyme greifen die Bakterien stark an. Leider werden hierdurch auch die guten, biologisch aktiven Bakterien zu einem Großteil abgetötet. Herkömmliche Präparate konnten bisher nicht vor der schädlichen Magensäure geschützt werden und wurden im Magen abgetötet. Zudem haben Pulverpräparate häufig die Nachteile, dass sie in Wasser eingerührt werden müssen und gewisse Aktivierungszeiten eingehalten werden sollten. Hält man die Aktivierungszeiten nicht ein, kommt es zum Wirkverlust.

Welche Vorteile bietet die Mikroverkapselung?

Die Mikroverkapselung bietet eine verbesserte Resistenz gegen hohe Temperaturen, Sauerstoff und Druck. Daher ist es möglich, biologisch aktive Lutschtabletten zu pressen, ohne dass die Bakterien einen Schaden nehmen. Mikroverkapselte Pulver können in Flüssigkeiten oder Breie eingerührt und direkt verzehrt werden, ohne Aktivierungszeiten einhalten zu müssen. Ebenfalls bietet die Mikroverkapselung eine hohe Resistenz gegen Magen- und Pankreas-Flüssigkeiten. Durch einen Anstieg des pH-Wertes im Dünndarm kann sich die Mikroverkapselung öffnen und die biologisch aktiven Bakterien gelangen in hohen Konzentrationen an ihren Wirkort.

Fazit

Das patentierte Mikroverkapselungsverfahren bietet eine Möglichkeit, um biologisch aktive Bakterienkulturen vor Magen- und Gallensäuren zu schützen. Durch die pH-Wert abhängige Öffnung des pflanzlichen Überzugs können biologisch aktive Bakterien am Wirkort Darm in hohen Konzentrationen wirken. Zudem hat es den Vorteil, dass sie resistent gegen hohe Temperaturen, Sauerstoff und Druck sind.

Weitere Informationen und Studie lesen Sie HIER.

Über den Autor/die Autorin

Dominik Hoffmann

Dominik Hoffmann ist Diplom-Biologe und wissenschaftlicher Leiter bei HLH BioPharma. Mit seiner langjährigen Erfahrung in den Bereichen Humanbiologie, Mikrobiomforschung und angewandte Gesundheitswissenschaft verbindet er biologische Grundlagen mit innovativen Produktkonzepten. In seiner leitenden Funktion verantwortet er die wissenschaftliche Entwicklung und Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln sowie mikrobiologischen Präparaten. Sein Anspruch: fundierte Wissenschaft in alltagsnahe Lösungen zu übersetzen – für mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität.

Portraitaufnahme von Dominik Hoffmann